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ᐅ Weberknecht: Spinne oder nicht? [2022]

Autor: Karl-Tim Ibald

Jeder hat wahrscheinlich schon einmal einen Weberknecht an der Wand entdeckt. Viele erschrecken sich bei diesem Anblick und denken sofort an eine Spinne, was er aber nicht ist.

Schneider, Weberknecht – welche Umgangswörter werden noch genutzt?

Der biologisch korrekte Name des langbeinigen Insekts lautet „Opiliones“, aber er ist noch unter vielen anderen Namen bekannt. Mähder, Schneider, Langbein, Habermann, Habergeiß, Schneidergeiß, Waldschreit, Zimmermann, Weber oder Kanker wird das Insekt mit seinen langen Beinen auch genannt. In einigen Regionen Süddeutschlands ist der Schneider noch als Geist bekannt.

 

Die Schuster gehören zur Familie der Spinnentiere, sind aber Insekten. Weltweit gibt es rund 6600 verschiedene Arten, deren Körpergröße von zwei bis zu 22 Millimeter reichen kann.

 

In Deutschland sind 53 Arten bekannt, darunter die Exemplare mit den sehr langen Beinen und dem kleinen gedrungenen Körper, der an eine Milbe erinnert. Bei den größeren Tieren misst der Körper gerade einmal sechs Millimeter, die Beine sind allerdings bis zu 160 Millimeter lang.

 

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Unterschied Weberknecht und Spinne – was müssen Sie beachten?

Obwohl der Habermann zu den Spinnentieren gehört, ist er aber keine Spinne. Während Spinnen acht Beine haben, hat er wie alle Insekten nur sechs. Mit diesen langen Beinen können sie jedoch sehr geschickt umgehen. So kann ein Weber seine Beine wie ein Lasso um einen Grashalm schlingen. Gemeinsam haben die Spinnen und die Weber jedoch Folgendes: Beide Tiere sind äußerst nützlich.

 

Die Schneider ernähren sich von toten Insekten, sie sind so etwas wie die Gesundheitspolizei unter den Insekten. Sie arbeiten praktisch als Müllabfuhr und helfen so der Natur. Das Gleiche gilt für Spinnen, die in ihren fein gewebten Netzen allerlei Schädlinge wie zum Beispiel Stechmücken fangen und dann verspeisen. Wenn Sie also einen Weber oder eine Spinne im Haus entdecken, einfach ein Glas darüber stülpen, ein dünnes Blatt Papier darunterschieben und dann ab damit in den Garten.

Sind Weberknechte und Zitterspinnen dasselbe?

Der erste Impuls beim Anblick einer Spinne oder eines Schneiders ist es, einfach zuzuschlagen, aber das ist nicht der richtige Weg. Zitterspinne und Weber sind ebenfalls zwei unterschiedliche Tiere. Beim Langbein sind der vordere und der hintere Körper miteinander verwachsen, was bei der Zitterspinne nicht der Fall ist. Die Zitterspinne hingegen hat einen Körper, der aus zwei Teilen besteht. Die männlichen Exemplare der Schneider haben einen Penis, die Zitterspinnenmännchen aber nicht.

 

Wie fast bei allen anderen Spinnenarten, so können auch Zitterspinnen Netze bauen, der Weber hat diese Kunstfertigkeit nicht. Während die Zitterspinnen sich bevorzugt in angenehm warmen Wohnräumen aufhalten, ist der Schuster lieber in der Natur zu Hause. Die Zitterspinne verdankt ihren Namen einer ganz besonderen Strategie, die ihr oft das Leben rettet: Wenn sie gestört wird, beginnt sie, in ihrem Netz hin und her zu schwingen. Das irritiert ihre Feinde, die dann davon absehen, die Spinne zu fressen.

Ist der Weberknecht giftig?

Im Unterschied zu vielen Spinnenarten sind alle Arten der Habermänner ungiftig. Sie haben keine Giftdrüsen und stellen daher weder für den Menschen noch für Tiere eine Gefahr dar. Falls Sie sich nicht so sicher sind, ob Sie einen harmlosen Schuster oder eine vielleicht giftige Spinne vor sich haben, dann müssen Sie nur die Beine zählen.

 

Der Weber hat, wie alle Insekten, nur sechs Beine, die Spinnen hingegen haben acht. Der Ammen-Dornfinger, der sich bevorzugt in Weinbergen aufhält, ist allerdings kleiner als der langbeinige Weber, kann dem Menschen jedoch schmerzhafte Bisse zufügen. Zudem erinnert die giftigste Spinne, die es Deutschland gibt, an eine enge Verwandte: die Vogelspinne.

 

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Weberknecht mit Flügeln – kann der Weberknecht fliegen?

Falls Sie in den Sommermonaten bei Einbruch der Dämmerung fliegende langbeinige Insekten sehen, dann sind das leider keine Schuster oder Geister, es sind vielmehr Schnaken oder Wiesenschnaken. Diese Insekten haben eine große Ähnlichkeit mit den Webern und Spinnen, sie gehören aber zur großen Familie der Mücken.

 

Auch die Schnaken werden Schneider genannt, was immer wieder zu dem Irrtum führt, dass der echte Habermann fliegen kann. Schnaken, die auch Schuster, Langbeinmücke, Pferdemücke und in Norddeutschland auch Schnok genannt werden, unterscheiden sich nicht nur durch ihre Flügel, sondern auch durch ihren Körperbau von den Webern. Schnaken sind bis zu vier Zentimeter lang und haben zarte, fragile Flügel.

Weberknecht mit Hundekopf – was steckt hinter der Absurdität?

Gibt es tatsächlich eine Art der Habermänner, der einen Hundekopf hat? Den gibt es leider nicht, was es aber gibt, ist eine Spinne, die das Aussehen eines Hundekopfs hat. Diese etwas bizarre Kreatur wurde schon im Urwald von Ecuador gesichtet und trägt den lateinischen Namen Metagryne bicolumnata. Der Erste, der die Spinne mit dem seltsamen Aussehen entdeckte, war ein Deutscher mit Namen Carl Friedrich Roewer, ein Experte für Weber. Das geschah 1959 und erst 2017 wurde die exotische Spinne wieder entdeckt.

 

Die Engländer nennen die Spinne mit dem Körper, der wie ein Hundekopf aussieht, übrigens „Bunny Harvestman“, was so viel wie „Hasen-Weberknecht“ heißt.

Weberknechte bekämpfen – welche Hausmittel gibt es?

Die Tiere mit den langen Beinen sind lieber in der freien Natur unterwegs, aber wenn sie sich ins Haus verirren, müssen sie nicht bekämpft werden. Die Spinnentiere sind nicht nur harmlos, sie sind auch nützlich. Sie kümmern sich beispielsweise um tote Fliegen und wenn sie einen Menschen entdecken, nehmen sie ihre sechs Beine und laufen so schnell wie möglich davon.

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