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ᐅ Waldameisen vertreiben: Biologische Mittel oder Chemie? [2023]

Autor: Karl-Tim Ibald

Die Ameisen sind in Deutschland weitverbreitet. Man findet sie in nahezu jedem Waldgebiet, einige von ihnen können fliegen und viele der Insekten sind enorm spannende Wesen. Neben der Erkenntnis, dass herkömmliche Ameisen bis zum Vierzigfachen ihres eigenen Körpergewichts tragen können, überleben sie sogar Temperaturen von bis zu 50° Celsius.

 

In unserem Artikel soll es um die Waldameisen gehen. Was diese Insekten so besonders macht, wie sie leben und wie man sie vertreibt, besprechen wir jetzt.

 

Was sind Waldameisen?

Die Waldameise gehört zur Familie der Schuppenameise. Von dieser Familie sind knapp 300 Arten weltweit bekannt, aber nur etwa 25 Stück von ihnen leben in Deutschland. Die rote Waldameise findet sich etwa besonders häufig in unseren Wäldern. Sie bevorzugen Nadelwälder, da diese genug Ressourcen für den Nestbau aufbringen. Rote Waldameisen sind übrigens gar nicht so ungefährlich. Gemeinsam erlegen sie Ratten oder Mäuse und nutzen diese als Nahrung, da sie über enorm kräftige Beißwerkzeuge und Gifte verfügen.

 

Eine weitere Unterart nennt sich „blutrote Raubameise“. Tatsächlich sind Teile des Körpers blutrot. Es teilen sich viele weitere Ameisenarten den Begriff „rote Waldameise“. Die sogenannten „Sklavenameisen“ sind die einzigen Waldameisen, die es schaffen selbstständig neue Kolonien aufzubauen. Der Rest der Arten benötigen die Hilfe der Sklavenameisen und bildet dann, über die Zweignestbildung, neue Kolonien. Sie nutzen die Sklavenameisen also als Starthilfe für den Bau neuer Kolonien.

 

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Waldameisen erkennen – darauf müssen Sie achten

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Ameisen, die Sie häufiger in Ihrem Garten finden können, sind Waldameisen ziemlich groß. Sie können über einen ganzen Zentimeter groß werden und besitzen stets einen zweifarbigen Körper. Das hintere Teil der Ameise, sowie ihr Kopf und einige Teile ihres Abdomens sind dunkelbraun gefärbt. In einigen Fällen sind diese Teile sogar völlig schwarz. Der Rest des Körpers nimmt eine rötliche Farbe an. Je nach Intensität der roten Farbe kann man bereits zwischen „blutroten“ und „roten“ Ameisen unterscheiden.

 

Die vorhin erwähnten Sklavenameisen sind in der Regel vollständig schwarz gefärbt. Sie sind nicht bedeutend viel kleiner, sehen aber ein wenig unspektakulärer aus. Alle Waldameisen tragen sogenannte „Mandibeln“. Etwas einfacher formuliert, handelt es sich dabei um die Kau- und Beißwerkzeuge vieler verschiedener Tierarten. Einige Krebstiere besitzen diese. Bei Waldameisen sind die Beißwerkzeuge sichtbar. Auf Nahaufnahmen lassen sich sogar die acht einzelnen Zähne, die über die Werkzeuge verteilt sind, betrachten. Zusätzlich besitzen auch Waldameisen Fühler.

 

Wussten Sie schon, dass die blutrote Raubameise die höchste Anzahl an Sehzellen aufweist? Obwohl die Tiere noch immer keine Adleraugen aufweisen, sehen vorrangig die männlichen Vertreter dieser Art erstaunlich gut.

 

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Warum muss man Waldameisen vertreiben?

Die Waldameise steht, genau wie alle anderen Ameisenarten, in Deutschland unter dem Naturschutzgesetz. Sie einfach so umzusiedeln oder ihnen sogar zu schaden, ist verboten. Die Missachtung dieser Verbote kann mit hohen Geldstrafen versehen werden. Da Waldameisen enorm viele Bautätigkeiten aufweisen, lockern sie den Waldboden auf. Der lockere Boden sorgt dafür, dass mehr Pflanzen wachsen und gedeihen können. Daher sollten Sie darauf verzichten, die Waldameisen zu bekämpfen.

 

Eine Vertreibung ist jedoch möglich. Insbesondere im eigenen Garten können die Waldameisen tatsächlich ziemlich anstrengend werden. Sie kooperieren nämlich mit Blattläusen. Diese sind eine wahre Qual für jeden Garten, setzen aber Honigtau ab, den Waldameisen liebend gerne fressen und verwerten.

 

So richtig gefährlich sind Waldameisen für uns Menschen und unsere Haustiere übrigens nicht. Zugegeben – ein Biss von einer Waldameise schmerzt und juckt, manchmal bilden sich auch Hautrötungen, doch hochgiftig oder gar tödlich sind diese Bisse nicht.

Sollten Sie einmal von einer Waldameise gebissen oder gestochen werden, reinigen Sie den Einstich mit etwas Essig. Dieser desinfiziert die Wunde und schwemmt einen Teil des Giftes aus. Nach wenigen Tagen sollten Sie keinerlei Spuren an sich finden.

 

Feuerameisen sind eine Ausnahme! Diese Art der Ameisen besitzt bedeutend stärkere Gifte in anderer Zusammensetzung. In der Regel sind Feuerameisen ziemlich aggressiv und stechen vermehrt zu. Um einem anaphylaktischen Schock zu entgehen, sollten Sie sich umgehend an einen Arzt wenden.

 

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Waldameisen an verschiedenen Orten vertreiben

Sollten die Waldameisen in Ihrer Nähe einziehen, werden Sie diese vermutlich in feuchten und dunklen Stellen der Bausubstanz finden. Ebenfalls häufig zu finden sind sie in Gärten, die eine äußerst vielfältige Insektenbehausung bieten. Teilweise ziehen Waldameisen dann in morsche Stämme oder alte Dekorationen ein.

 

Waldameisen im Haus vertreiben

Obwohl sich Waldameisen eher selten in Häusern aufhalten, kann es vorkommen, dass eine feuchte und brüchige Bausubstanz als Einladung genutzt wird. In diesen Fällen werden die Nester meist an der Außenseite des Hauses gebaut. Ein weiterer beliebter Platz für ein neues Nest befindet sich unter der Terrasse. Sollten Sie über einen Holzboden auf der Terrasse verfügen, müssen Sie diesen häufiger überprüfen. Die Wärme, die sich bei Sonneneinstrahlung im Holz festsetzt, zieht die Ameisen an.

 

Da auch Waldameisen primär über ihren Geruchssinn navigieren, lassen sich diese am schnellsten durch starke Gerüche verwirren und vertreiben. Normalerweise orientieren sich die Insekten im Inneren des Baus an den Pheromonen anderer Ameisen. Streuen Sie nun Zimt- oder Kaffeepulver über die Ameisenstraßen oder vor den Eingang des Nests überdecken Sie den eher schwachen Pheromongeruch.

 

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Das sorgt bei den Ameisen für Chaos und Verwirrung. Da diese so nicht weiter arbeiten und bauen können, verlassen sie nach und nach das Nest. Neben Zimt und Kaffee lässt sich auch Lavendel oder handelsübliche Essigessenz einsetzen. Da alle Produkte einen penetranten Geruch aufweisen, werden die Ameisen verscheucht.

 

Im besten Fall streuen oder sprühen Sie die Mittel direkt auf die Ameisenstraßen, in den Eingang des Nests oder sogar direkt in dieses. Erneuern Sie die Gerüche regelmäßig und nutzen Sie unterschiedliche Gerüche. Bei einem schweren Befall sollten Sie stets einen Schädlingsbekämpfer zurate ziehen.

 

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Waldameisen im Garten vertreiben

Im Garten können Sie auf noch intensivere Gerüche, wie  Knoblauchsud oder reine Essigessenz zurückgreifen.
Achten Sie darauf, dass Sie nur Pflanzen besprühen, die besagte Hausmittel auch vertragen!

 

Mit etwas Zeit, die Sie zur Beobachtung der Laufwege aufbringen, werden Sie sicherlich das Nest der Ameisen finden. Sprühen Sie die Essigessenz oder den Knoblauchsud direkt auf die Ameisenstraßen oder ins Nest der Ameisen. Wichtig ist, dass Sie außerdem alle Eingänge ins Haus mit penetranten Gerüchen versehen. So verhindern Sie, dass die Ameisen aus dem Garten direkt ins Haus umsiedeln. Für Fensterbänke und Ähnliches eignet sich etwas Kaffeepulver oder Zimt.

 

Bitte zerstören Sie den Ameisenhaufen nicht! Sie könnten im schlimmsten Fall einbrechen, da die Ameisen den Boden rund um den Haufen herum in der Regel untergraben und somit eine extrem lockere Bodenstruktur verursachen. Wenn Sie die Ameisen lieber umsiedeln wollen, sollten Sie sich beim Naturschutzamt erkundigen. Fragen Sie direkt nach, ob in Ihrem Fall eine Umsiedlung durch Sie erlaubt wird. Mit einer, im besten Fall schriftlichen, Erlaubnis kann es ans Umsiedeln gehen.

 

Besorgen Sie sich hierfür einen Blumentopf aus Ton, der zwar groß ist, aber leicht genug, um ihn allein anzuheben. Er sollte aus Ton bestehen. Stopfen Sie ins Innere des Topfes etwas Stroh und stülpen Sie diesen über den Ameisenhaufen. Wenn Sie die Umsiedlung vorantreiben wollen, können Sie zusätzlich etwas Marmelade im Inneren des Topfes anbringen. Nach etwa zwei bis drei Tagen wird das gesamte Volk den Tontopf als neues Nest benutzen. Nun können Sie diesen umsiedeln. Tragen Sie dabei bitte Handschuhe, um einen versehentlichen Biss zu vermeiden. Anschließend fluten Sie das ursprüngliche Ameisennest für rund vier Tage zweimal täglich mit Knoblauchsud oder Wasser, um die Gänge auszuspülen und restliche Ameisen zu vertreiben.

Waldameisen vertreiben – chemisch oder biologisch?

Um unnötige Belastungen für die Insekten und die Umwelt zu vermeiden, raten wir Ihnen stets zur Nutzung von biologischen Methoden. Die meisten Hausmittel sind nicht nur weitaus günstiger als ihre chemischen Konkurrenten, sondern lassen sich auch ohne Spaziergang zum Fachmarkt sofort selbst herstellen. Sollten Sie mit biologischen Methoden nicht weiterkommen, bitten Sie am besten einen Schädlingsbekämpfer um Rat. Dieser kann Ihnen mit Sicherheit weiterhelfen.

Waldameisen vertreiben mit Hausmitteln

Die Tontopf-Methode eignet sich insbesondere für den heimischen Garten. Eine Erklärung, wie diese funktioniert und was Sie dafür benötigen, finden Sie im Abschnitt „Waldameisen im Garten vertreiben“. Für das Innere des Hauses sollten Sie Zimt- oder Kaffeepulver nutzen. Während die Gerüche intensiv und wahrnehmbar sind, stinken sie doch nicht so sehr, dass Sie selbst ans Ausziehen denken.

Essigessenz und Knoblauchsud funktionieren zwar auch in Räumlichkeiten, riechen aber wirklich überhaupt nicht angenehm und verursachen bei einigen Menschen regelrechte Kopfschmerzen. Lavendel ist ebenfalls eine gute Wahl. Während der Geruch für die meisten Menschen äußerst angenehm ist, finden die Waldameisen ihn mehr als abstoßend.

Fazit

Waldameisen arbeiten im Garten mit Blattläusen zusammen und können daher schädlich für Ihre Pflanzen sein. Grundsätzlich sind die Ameisen jedoch nicht aggressiv und für Haustiere sowie Menschen nicht gefährlich. Ein Biss oder Stich juckt eine Weile, lässt sich mit verdünntem Essig aber gut selbst behandeln.

 

Um Ameisen umzusiedeln, sollten Sie, damit keine Strafe droht, eine Erlaubnis vom Naturschutzamt einholen. Eine weitere Option stellt das Vertreiben der Ameisen dar, was hauptsächlich durch starke Gerüche meisterbar ist.

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